Der italienische Zierpflanzenbau und das Baumschulwesen befinden sich auf Wachstumskurs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Fachmesse Myplant & Garden auf Basis von Daten des italienischen Statistikamts Istat und der Handelskammern. Demnach wächst nicht nur die Zahl der Unternehmen, sondern auch die Beschäftigung. Gleichzeitig zeichnen sich neben den traditionellen Produktionsregionen neue Wachstumsschwerpunkte ab.
Mehr Unternehmen auf weniger Fläche
2023 umfassten der Zierpflanzenbau und das Baumschulwesen in Italien mehr als 29 000 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Produktionsfläche von knapp 39 000 ha. Gegenüber 2010 ging die bewirtschaftete Fläche leicht zurück, während die Zahl der Betriebe zunahm. Entsprechend verringerte sich die durchschnittliche Betriebsgrösse.
Betrachtet man die gesamte Wertschöpfungskette aus Produktion, Verarbeitung sowie Gross- und Einzelhandel, zählte die Branche 2025 rund 38 000 Unternehmen mit mehr als 84 000 Beschäftigten. Allein zwischen 2024 und 2025 nahm die Zahl der Unternehmen um 11,8 % zu, die Beschäftigung stieg um 13,6 %. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem vom Zierpflanzenbau und vom Einzelhandel. Der Grosshandel war das einzige Segment, das einen leichten Rückgang verzeichnete.
Die Branche ist weiterhin kleinbetrieblich geprägt: Im Durchschnitt arbeiten 2,2 Personen in einem Unternehmen. Deutlich stärker strukturiert ist das Baumschulwesen mit durchschnittlich 4,4 Beschäftigten pro Unternehmen.
Zierpflanzenbau besonders dynamisch
Das stärkste Wachstum verzeichnete der Zierpflanzenbau. Innerhalb eines Jahres nahm die Zahl der Unternehmen um 7,3 % zu, die Beschäftigung sogar um 20,2 %. Ligurien behauptete seine führende Position in diesem Segment, gefolgt von der Lombardei, Kampanien und der Toskana. Auch der Einzelhandel legte weiter zu und umfasste 2025 mehr als 18 000 Unternehmen mit rund 24 000 Beschäftigten. Die Lombardei liegt sowohl bei der Zahl der Verkaufsstellen als auch bei der Beschäftigung an der Spitze.
Toskana und Lombardei als Zentren
Regional weist die Toskana sowohl die grösste Zahl an Produktionsbetrieben als auch die grösste Anbaufläche auf. Die Emilia-Romagna fällt dagegen durch eine besonders hohe Beschäftigungsintensität auf. Über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet, konzentrieren sich die meisten Unternehmen auf die Lombardei, Kampanien und die Toskana. Die Lombardei ist mit knapp 4900 Unternehmen und mehr als 10 700 Beschäftigten der bedeutendste Branchenstandort Italiens. Bei der Zahl der Beschäftigten folgen die Toskana und Venetien.
Neue Regionen gewinnen an Bedeutung
Das Wachstum beschränkt sich jedoch nicht auf die etablierten Produktionszentren. Die höchsten prozentualen Beschäftigungszuwächse wurden in Friaul-Julisch Venetien im Nordosten sowie in Kalabrien im Süden registriert. Dies deutet darauf hin, dass sich neue Produktions- und Beschäftigungsschwerpunkte entwickeln.
Die Analyse wurde von Myplant & Garden erstellt. Die internationale Fachmesse für die professionelle Grünbranche findet vom 17. bis 19. Februar 2027 auf dem Messegelände Fiera Milano Rho statt.