Der Japankäfer reist häufig unbemerkt als «blinder Passagier» in Fahrzeugen oder Gepäckstücken mit. Mit einer Sensibilisierungskampagne will der Bund seine weitere Ausbreitung eindämmen. Bild: Ron Rowan/AdobeStock

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Bund lanciert Kampagne gegen Japankäfer

Mit einer neuen Sensibilisierungskampagne will das Bundesamt für Landwirtschaft die weitere Ausbreitung des Japankäfers eindämmen. Der invasive Schädling gilt als grosse Gefahr für Landwirtschaft, Gartenbau und Umwelt

Der Japankäfer (Popillia japonica) breitet sich in der Schweiz weiter aus. Mit der neuen Kampagne «Gepäck checken, Japankäfer stoppen!» ruft das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) nun insbesondere Reisende dazu auf, Fahrzeuge und Gepäck aus Befallsgebieten sorgfältig zu kontrollieren. Damit soll die weitere Ausbreitung des invasiven Schädlings gebremst werden. Denn der Japankäfer gilt als gefrässiger Schädling. Er befällt über 400 verschiedene Nutz- und Zierpflanzen. Zudem schädigen sie die Wurzeln von Rasenflächen. Das Schadpotenzial wird auf mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr geschätzt.

Wie sein Name vermuten lässt, stammt der Japankäfer aus Japan. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er nach Nordamerika eingeschleppt, wo er erhebliche Schäden anrichtete. In Europa trat der Schädling erstmals im Sommer 2014 nahe Mailand auf. Seither breitet er sich auch in Europa weiter aus. Aus eigener Kraft legt der Käfer abhängig von den Umweltbedingungen jährlich etwa ein bis 20 Kilometer zurück. Über den Handel mit Pflanzen und landwirtschaftlichen Produkten sowie deren Transport kann er jedoch über deutlich grössere Distanzen verschleppt werden. Erwachsene Käfer verstecken sich zudem in Pflanzen, Substrat, Grünabfällen oder anderen Materialien und reisen so als «blinde Passagiere» in Autos, Zügen und Flugzeugen mit. Gerade der Reiseverkehr spielt deshalb bei der Verbreitung des Schädlings eine wichtige Rolle. Das BLW empfiehlt Personen, die sich in betroffenen Regionen aufhalten, Fahrzeuge und Gepäckstücke sorgfältig auf Japankäfer zu kontrollieren. Bereits beim Parkieren sei Vorsicht geboten: Autos sollten möglichst nicht unmittelbar neben Rebflächen abgestellt werden, da sich die Käfer dort bevorzugt aufhalten. Zudem wird geraten, die Fenster abgestellter Fahrzeuge geschlossen zu halten. Vor der Rückreise sollen insbesondere Kleidung, Schuhe sowie Jacken überprüft werden, die im Freien getragen wurden. Auch Rucksäcke, Handtaschen, Koffer und andere Gepäckstücke sollten innen wie aussen kontrolliert werden. Gleiches gilt für Sport und Outdoor Ausrüstung. Darüber hinaus empfiehlt der Bund, auch Fahrzeuginnenräume, Kofferräume sowie Fussräume gründlich abzusuchen. Verdächtige Käfer sollen eingefangen und gemeldet werden. Zu den aktuellen Befallsgebieten zählen der gesamte Kanton Tessin, Teile Graubündens und des Wallis sowie Regionen in Norditalien. Auch in Basel und Zürich wurden in den vergangenen Jahren grössere Befälle festgestellt. 

Erkennen lässt sich der Japankäfer an seinem metallisch grün schimmernden Kopf und Halsschild sowie den kupferbraunen Flügeldecken. Charakteristisch sind zudem fünf kleine weisse Haarbüschel auf jeder Seite des Hinterleibs. Am Hinterteil befinden sich zusätzlich zwei grössere weisse Haarbüschel. Beobachtet werden die Käfer vor allem im Sommer von Juni bis September. Bei einem Verdacht ist umgehend der zuständige Kantonale Pflanzenschutzdienst zu kontaktieren.

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