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Gruppenfoto der Technikerklasse mit den Co-Leitern Michael Flühmann (hinten rechts) und Simon Lüscher (vorne rechts).

Seit 2009 erfolgt der Unterhalt der prachtvollen Gärten von Villandry biologisch.

Der schwarz gefärbte Teichgrund suggeriert Tiefe (Parkanlage Domäne Chaumont-sur-Loire).

Staudenrabatten mit harmonischer Farbgestaltung in der Parkanlage der Domäne Chaumont-sur-Loire.

Anbauflächen der führenden Obstbaumschule Crosnier.

Schloss Chenonceau mit seinen Gärten ist ein Hotspot. Im Bild der Garten Diane de Poitiers.

Château du Clos Lucé: Renaissancegarten im Hinterhof.

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Gartenschätze an der Loire – Studienreise der Technikerklasse HF 2022/2024

Die traditionelle Studienreise im zweiten Semester der Technikerklasse HF der Gartenbauschule Oeschberg führte dieses Mal in das mit gartenkulturellem Erbe reich bestückte Loiretal. Die Teilnehmenden der Studienreise berichten hier von ihren Eindrücken.

Kunst, Natur und Gartenkunst sind in der Domäne Chaumont-sur-Loire eng miteinander verbunden. Das Schloss wurde während des 15. Jahrhunderts erbaut und wechselte seither oft den Besitzer. Seit 2007 ist es Eigentum der Region Centre Loire Valley. Zum Schloss gehört eine 32 ha grosse Parkanlage, die vom Landschaftsarchitekten Henri Duchêne geplant wurde. Geschwungene Wege erschlies­sen den gesamten Park. Weitläufige Alleen, Baumgruppierungen sowie Staudenbeete mit harmonischen Farbkompositionen laden dazu ein, den Park zu erkunden. Die Baumkulisse mit den hundertjährigen Zedern sorgt für ein atemberaubendes Erlebnis. Für den Unterhalt der Parkanlage sind ganzjährig rund 20 festangestellte Gärtner zuständig. Von November bis April werden sie von 120 externen Gärtnern unterstützt. Dies im Vorfeld des jährlich veranstalteten Internationalen Gartenfestivals, das seit 1992 in der Parkanlage stattfindet. Es wird von Fachleuten und Garteninhabern aus der ganzen Welt als ein Ort voller Fantasie und Kreativität geschätzt. Dieses Jahr stand das Gartenfestival unter dem Thema «Der ideale Garten». Der Festivalgarten «De la Nature» (gestaltet von den italienischen Künstlern Carlotta Montefoschi, Niccolò Cau, Ricardo Walker Campos und Maria Cecilia Villanis Ziani) zeigte eine enorme Pflanzenvielfalt. Bunte Bäume, Blumen und Früchte sollten die Landschaft erwecken. «The Living Batik» des malaysischen Landschaftsarchitekten Lim In Chong präsentierte mit dem Symbol des Yin Yang eine ganz eigene Art der Gartengestaltung. Eine natürliche, selbstregulierende Bewässerung wurde im Festivalgarten «Grenade» präsentiert (siehe Titelbild). Mit dem System aus Tongefässen («Ollas») können längere Trockenzeiten überbrückt werden. Weitere 40 Gärten waren auf dem Areal zu besichtigen.  


Gärten von Schloss Villandry 

Villandry, erbaut um 1536, gilt als letztes erstelltes Renaissanceschloss im Loiretal. Im 19. Jahrhundert musste der Renaissancegarten einem neu konzipierten englischen Garten weichen. Der darauffolgende Besitzer Joachim Cavallo sah es als seine Aufgabe an, das Schloss zu restaurieren und danach die Renaissancegärten wieder zu erstellen. 

Kernstück des Schlossgartens sind die vier unterschiedlichen Liebesgärten. Oberhalb der Ziergärten und ganz im Süden des Anwesens gelegen, befindet sich der Wassergarten. Dieser klassisch inspirierte Wassergarten, der an einen Spiegel erinnert, ist von einem Kreuzgang aus Linden umgeben. Inmitten des Schlossgartens befindet sich der Gemüse­garten, der aus neun Quadraten identischer Grösse besteht. In diesen Quadraten findet man eine Fülle von Gemüsen in unterschiedlichsten Arten, Sorten und Farben. Die Herkunft dieses Mönchsgartens reicht bis ins Mittelalter zurück. Durch Inspirationen von Gärten in Italien erlangte dieser Garten dekorative Elemente wie Brunnen, Gartenlauben und Blumenbeete.


Pépinières Crosnier

Die Baumschule Crosnier in Nazelles wurde 1920 gegründet und beschäftigt 22 Mitarbeitende. Sie gehört zu den führenden Obstbaumproduzenten auf dem französischen Markt. Jährlich werden 50 000 Pflanzen aufgeschult. Die Pflanzen werden konventionell produziert und auf einer Fläche von 40 ha kultiviert. 

Wegen steigender Löhne und gleichzeitigen Personalmangels ist die Pflanzenproduktion in Frankreich rückläufig. Folglich werden vermehrt Pflanzen importiert. In Frankreich gibt es keine gärtnerische Ausbildung wie in der Schweiz. Die Mitarbeitenden werden individuell in den Betrieben geschult. Auch für die Baumschulen besteht kein einheitlicher Qualitätsstandard. Deshalb führt die Baumschule Crosnier eigene Labels. Sie wendet möglichst umweltfreundliche Pflegemethoden an. So werden zur Schädlingsregulierung neben den Freilandflächen Wildhecken gepflanzt, um Nützlinge anzulocken. Pflanzenschutzmittel werden umweltbewusst eingesetzt. Diesen Sommer ging der Grundwasserspiegel der Region um 50 % zurück. Daher wird in Zukunft vermehrt auch auf einen sparsamen Wasserverbrauch geachtet.  

Leonardo-da-Vinci-Museum in Amboise

Am Mittwochmorgen begaben wir uns zum Museum von Leonardo da Vinci in Amboise, im Tal der Amasse. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass Leonardo da Vinci auf Schloss Clos Lucé seine letzten vier Lebensjahre verbracht hatte. Bei der Führung durch das Schloss erhielten wir viele weitere Informationen über das italienische Universalgenie. Leonardo da Vinci beschäftigte sich u. a. mit der Stadtplanung und der Hydraulik. Weiter tüftelte er an Netzwerken aus Kanälen und Schleusen, um das ganze Loiretal zu verbinden. Die Natur diente Leonardo als Lehrmeisterin und Inspirationsquelle für seine Arbeiten. Die Ausstellung dehnt sich in den Schlosspark aus und ist auf verschlungenen Wegen zu entdecken. Hier wird die Begeisterung von Leonardo da Vinci für die Botanik erlebbar.

Jardin du Plessis in Sasnières

Die begeisterte Botanikerin Rosamée Henrion erbte 1960 das Grundstück in Sasnières. Auf Reisen entdeckte sie ihre Liebe zum englischen Gartenstil, vor allem ihre Leidenschaft für die darin verwendeten Pflanzen. Sie brachte immer mehr Arten auf ihrem Grundstück ein, das an einem leichten Südhang liegt. Um Licht hineinzubringen, liess sie viele überwachsene Teile roden und pflanzte neue Arten an. Mit der Zeit begann sich auch ihr Sohn Guillaume Henrion für den Garten zu interessieren. Der Architekt wollte in den üppig bepflanzten Garten ein Konzept einbringen. So wurde der zum Teil wilde Garten strukturiert. Zum Garten gehört ein kleiner See, der durch eine entspringende Quelle im See gespiesen wird. Beinahe perfekte englische Rasenflächen, grosse Solitärbäume, diverse Blumenrabatten und ein grosser Gemüsegarten sind weitere prägende Elemente. Unterhalten werden diese Gärten durch die Familie selbst und von vier Angestellten. Der Garten ist öffentlich zugänglich und zieht jährlich zahlreiche Touristinnen und Touristen an.  

Das Damenschloss

Schloss Chenonceau in Chenonceaux ist am Nebenfluss der Loire, dem Cher, gelegen. Es zählt zu den berühmtesten Wasserschlössern weltweit. Das im 16. Jahrhundert von Thomas Bohier erbaute Hauptgebäude ist komplett von Wasser umgeben. Da ausschliesslich Frauen das Schloss besassen, ist es bis heute als Damenschloss bekannt. Eine dem Schloss vorgelagerte 300 m lange Platanenallee versetzt den Besucher zugleich in die Zeit der Renaissance. Das Wohngebäude des Schlosses ist fast quadratisch. Auf seiner südlichen Seite ist eine Galerie angebaut, die über den Fluss führt. Diese Galerie wurde 1577 von Katharina von Medici erbaut. Während des Ersten Weltkriegs nutzte Caston Menier die Galerie und diverse Räume als Krankenhaus, um Verletzte zu versorgen. 

Im Osten und im Westen des Schlosses sind zwei grosse Renaissancegärten angelegt. Die höher liegenden Terrassen schützen beide Gärten vor Hochwasser. Der östliche, 12 000 m2 grosse Garten wurde von Diana von Poitiers erschaffen. Er ist streng geometrisch gestaltet und mit über 100 Hibisken bepflanzt. Im Zentrum des Gartens liegt der im Original erhaltene Springbrunnen. Auf der Westseite befindet sich der zweite,  5500 m2 grosse Garten. Dies war der Garten von Katharina von Medici. Die Mitte des Gartens wird von einem Wasserbecken mit einem Durchmesser von 15 m eingenommen. Von diesem führen vier geradlinige Wege weg und unterteilen die Rasenflächen in ungleich grosse Teile. An die beiden Gärten schliesst sich ein grosser Schlosswald an. |

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