Gespinstnester in Eichen deuten auf einen Befall hin. Bild: Beat Wermelinger

Der Eichenprozessionsspinner, Thaumetopoea processionea, mit seinen Brennharen. Bild: Beat Wermelinger

Die Toxizität der Brennhaare bleibt über Jahre bestehen. In Kontakt mit Menschen und Tieren können allergische Reaktionen an der Haut, den Augen und oberen Atemwegen ausgelöst werden. Bild: Waldschutz Schweiz)

Eichenprozessionsspinner breitet sich weiter aus

Die Haare des Eichenprozessionsspinners können allergische Reaktionen bei Mensch und Tier auslösen. Die Raupe tritt in der Schweiz 2026 deutlich häufiger auf als in den Vorjahren. Die WSL-Fachstelle Waldschutz Schweiz verzeichnet zahlreiche Befallsmeldungen, betroffen sind zunehmend auch nördliche Regionen der Schweiz.

Neben einzelnen befallenen Eichen im Siedlungsraum und an sonnigen Waldrändern wurde erstmals in der Ostschweiz ein grossflächiger Befall über mehrere Hektaren in einem Eichenwald festgestellt. Bis zur Jahrtausendwende kamen die Raupen mehrheitlich auf der Alpensüdseite und in der Genferseeregion vor. Die wärmeliebende Schmetterlingsart profitiert vermutlich von den steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels. Beim WSL sind, so eine Mitteilung, in diesem Jahr deutlich mehr Befallsmeldungen und Beratungsanfragen eingegangen als in Vorjahren.

Die Raupen der einheimischen Schmetterlingsart können Eichen bei Massenvermehrungen durch Kahlfrass entlauben und somit stark schädigen. Bei Menschen und Tieren können sie gesundheitliche Beschwerden auslösen. Ihre Brennhaare enthalten ein Giftprotein, das Hautreizungen, Augenprobleme und Atemwegsbeschwerden verursachen kann. Auch alte Gespinstnester bleiben über Jahre eine Gefahrenquelle.

Die WSL empfiehlt wegen des starken Befalls, betroffene Bereiche frühzeitig zu kontrollieren und stark frequentierte Orte wie Waldspielplätze, Grillstellen oder Wege in Eichenbeständen besonders zu überprüfen. Bei Befall im Siedlungsgebiet sollen die Nester nur durch Fachpersonen mit geeigneter Schutzausrüstung entfernt werden.

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