Neben einzelnen befallenen Eichen im Siedlungsraum und an sonnigen Waldrändern wurde erstmals in der Ostschweiz ein grossflächiger Befall über mehrere Hektaren in einem Eichenwald festgestellt. Bis zur Jahrtausendwende kamen die Raupen mehrheitlich auf der Alpensüdseite und in der Genferseeregion vor. Die wärmeliebende Schmetterlingsart profitiert vermutlich von den steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels. Beim WSL sind, so eine Mitteilung, in diesem Jahr deutlich mehr Befallsmeldungen und Beratungsanfragen eingegangen als in Vorjahren.
Die Raupen der einheimischen Schmetterlingsart können Eichen bei Massenvermehrungen durch Kahlfrass entlauben und somit stark schädigen. Bei Menschen und Tieren können sie gesundheitliche Beschwerden auslösen. Ihre Brennhaare enthalten ein Giftprotein, das Hautreizungen, Augenprobleme und Atemwegsbeschwerden verursachen kann. Auch alte Gespinstnester bleiben über Jahre eine Gefahrenquelle.
Die WSL empfiehlt wegen des starken Befalls, betroffene Bereiche frühzeitig zu kontrollieren und stark frequentierte Orte wie Waldspielplätze, Grillstellen oder Wege in Eichenbeständen besonders zu überprüfen. Bei Befall im Siedlungsgebiet sollen die Nester nur durch Fachpersonen mit geeigneter Schutzausrüstung entfernt werden.