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dergartenbau - Heft Nr. 20/2018
Dienstag, 2. Oktober 2018

Mit Teamgeist zum Sieg

Team 2 aus dem Aargau am Bepflanzen einer Schale – eine der Wettbewerbsaufgaben am 9. Europäischen Berufswettbewerb.
 
Der Berufswettbewerb für den gärtnerischen Nachwuchs

Der 1. Europäische Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner fand 2002 in Deutschland statt. Seither wird er alle zwei Jahre in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Träger des Wettbewerbs ist die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Gartenbaulehrerinnen und -lehrer. Am Berufswettbewerb teilnehmen kann, wer das Qualifikationsverfahren bestanden, noch nie an einem europäischen Berufswettbewerb teilgenommen hat und nicht älter als 25 Jahre ist. Der Teilnehmende darf dabei höchstens im ersten Jahr einer Weiterbildung oder eines Studiums sein.

Der nächste Europäische Berufswettbewerb wird 2020 in Slowenien stattfinden. Ch. Huld

Bewertung: 
Sieg für die Schweiz! Beim 9. Europäischen Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner im tschechischen Rajhard haben gleich zwei Schweizer Teams einen fulminanten Sieg errungen. Grund zum Feiern und die einzigartigen Erlebnisse Revue passieren zu lassen, hatte die Schweizer Delegation am 24. September 2018 beim Empfang des Unternehmerverbandes JardinSuisse in der Biberburg in Hirschthal.

 

«Einzigartig und unvergesslich» – die stolzen Schweizer Sieger des 9. Europäischen Berufswettbewerbes für junge Gärtnerinnen und Gärtner sind sich beim Blick zurück auf die erlebnisreiche Zeit im tschechischen Rajhard in der Beurteilung einig. Fast 100 Teilnehmende aus 13 Nationen traten vom 20. bis 26. August 2018 in der südmährischen Region an, um sich in einem Leistungsvergleich des gärtnerischen Nachwuchses zu messen. Schauplatz des alle zwei Jahre stattfindenden Berufswettbewerbes war die vor 117 Jahren gegründete Fachschule für Gartenbau Rajhard – eine der bedeutendsten Bildungsstätten für Gartenbau in der Tschechischen Republik. Im Wettbewerb galt es für die Teilnehmenden, in internationalen und nationalen Dreier-Teams – jedes Land durfte zwei Teams stellen – 14 Aufgaben aus den Fachgebieten Gartenbau und Floristik zu lösen.

 

Schweizer Gärtner auf dem Siegerpodest

Die beiden Schweizer Teams haben am Europäischen Berufswettbewerb eine herausragende Leistung abgeliefert. Das Aargauer Team Schweiz 2 mit Irina Burkhalter, Céline Heller und Ramon Keller darf sich über den 1. Rang freuen. Die Floristin und Landschaftsgärtnerin Céline Heller bewies sich als beste Teilnehmerin des ganzen Wettbewerbs. Mit einem guten 3. Rang überzeugte das Team Schweiz 1 aus der Ostschweiz mit Salome Bättig, Lina Bonafiglia und Mirjam Holenstein. 

 

«Ich bin sehr stolz auf unsere erfolgreichen Junggärtnerinnen und Junggärtner, die ich zu dem besonderen Erfolg herzlich beglückwünsche», freute sich Heinz Hartmann, Bereichsleiter Berufsbildung bei JardinSuisse, in seiner Begrüssungsansprache. Den anspruchsvollen Wettbewerb hätten die Teilnehmenden mit ihrem fachlichen Können und viel Teamgeist mit Bravour gemeistert. 

 

Im Vorfeld des Wettbewerbs absolvierten die Schweizer Teams kein Training, wie das einige andere europäische Teilnehmende machten. «Die hohe Qualität der beruflichen Grundbildung in der Schweiz ist ein solides Fundament für unsere Junggärtnerinnen und Junggärtner», betonte Hartmann. Den Glückwünschen schlossen sich Stefan Zöllig, Verbandssekretär bei JardinSuisse Thurgau, und Ueli Müller, Berufsschullehrer am Bildungszentrum BWZ Brugg, an. Den Teamleitern Peter Stadelmann, der die Schweiz als Fachlehrer in der Europäischen Gartenbaulehrervereinigung vertritt, und Andreas Kopp, Leiter des Ausbildungszentrums Sulgen (TG), sprach Hartmann ein herzliches Dankeschön für ihr besonderes Engagement aus. Als Teamleiter hatten sie die beiden Schweizer Teams am Europäischen Berufswettbewerb begleitet und unterstützt.

 

Blick über den eigenen Tellerrand

Fern von Prüfungsdruck und Konkurrenzdenken, stellten die 19 Teams aus 13 europäischen Nationen in bunt gemischten internationalen Gruppen ihre sportliche Fitness in spielerischen Wettkämpfen und in nationalen Teams an 14 Wettkampfposten ihr fachliches Können unter Beweis. «Unsere Teams waren optimal mit jungen Gärtnerinnen und Gärtnern aus den Fachrichtungen Floristik, GaLaBau sowie Zierpflanzenbau zusammengesetzt», erklärt Teamleiter Peter Stadelmann. Dank der gemischten Teams konnte ein breites Fachwissen über den im Berufswettbewerb geforderten gärtnerischen Bereich samt Kenntnissen in der Floristik abgedeckt werden. Da einige Wettkampfaufgaben nicht nur in deutscher, sondern zum Teil auch in englischer Sprache gestellt waren, galt es ebenfalls, sprachliche Hürden zu bewältigen. «Die Sprache war für mich die grösste Herausforderung, denn es war nicht immer einfach, die für Fachbegriffe korrekte englische Übersetzung zu finden», erinnert sich Irina Burkhalter, Zierpflanzengärtnerin und Teammitglied von Schweiz 2. Und sie fügt hinzu: «Doch die Aufgaben konnten dank der grossen gegenseitigen Unterstützung im Team gemeistert werden.» Die kollegiale Zusammenarbeit mit Junggärtnerinnen und Junggärtnern aus anderen europäischen Ländern in einem ihr bislang fremden Land habe sie besonders beeindruckt. «Der 1. Rang unseres Teams war die Krönung und ein Highlight der Wettbewerbswoche», freut sich Burkhalter. 

 

Erste Informationen zum Berufswettbewerb hatte die junge Gärtnerin in der Berufsschule erhalten und sich nach Gesprächen mit der Familie, mit Freunden und ihrem einstigen Lehrbetrieb und jetzigen Arbeitgeber, der Gärtnerei Vogel in Schafisheim (AG), für eine Teilnahme entschieden. 

 

Vielfältige Kompetenzen gefragt

Floristische Werkstücke kreieren, eine Motorsäge reparieren, Gemüsesamen bestimmen, ein Pflanzbeet gestalten oder Gehölze veredeln – das waren nur einige der Wettkampfaufgaben, die es für die nationalen Teams zu meistern galt. «In den osteuropäischen Ländern – der Wettbewerb fand in diesem Jahr zum ersten Mal in einem östlichen Land Europas statt – steht im Gegensatz zur Schweiz die Veredlung auf dem Lehrplan der Ausbildung zum Gärtner», weiss Teamleiter Andreas Kopp. Die Veredlung mit Gegenzunge war daher für die beiden Schweizer Teams eine besondere Herausforderung. So konnten die jungen Gärtnerinnen und Gärtner an den einzelnen Wettkampfposten nicht nur ihre bestehenden Kenntnisse vertiefen, sondern auch neues berufliches Wissen erlangen. 

 

Eine besondere Erfahrung

Die Wettkampfbedingungen bei Temperaturen um die 36 °C und sehr trockenen und zum Teil pickelharten Böden waren nicht einfach. «Der Wettbewerb hat uns einiges abverlangt. Mit einem solchen Erfolg hat unser Team nicht gerechnet. Ich freue mich riesig über die Drittplatzierung», erklärte die Thurgauer Zierpflanzengärtnerin Lina Bonafiglia, Mitglied von Team Schweiz 1. Die Teilnahme am Europäischen Berufswettbewerb in Tschechien sei für sie eine besondere Erfahrung gewesen, an die sie sich sehr gerne zurückerinnere. Dabei war es den Teilnehmenden auch möglich, neue Freundschaften mit Junggärtnerinnen und Junggärtnern aus ganz Europa zu schliessen. Neben dem Wettbewerb blieb zudem Zeit, das Land Tschechien kennenzulernen. Exkursionen führten die Teilnehmenden zu den Tropfsteinhöhlen des mährischen Karstes und in die französischen Gärten von Schloss Lednice.

Text: Christine Huld, dieschreibwerkstatt, Zierpflanzengärtnerin/Journalistin, Lostorf Bilder: Gerhard Weiss, Ch. Huld
 

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