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dergartenbau - Heft Nr. 09/2016
Dienstag, 3. Mai 2016

Digitales Licht für den Freiraum

Pollerleuchten aus der Serie «Casting» gibt es auch in Rostrot und Gold (Flos).
 
Bewertung: 
Mit einer gut geplanten Beleuchtung werden Aussenräume bei Dunkelheit erlebbar und sicher. Lichtquellen sorgen für Atmosphäre im privaten Garten oder inszenieren öffentliche Räume. Die Messe Light + Building in Frankfurt am Main stellte vom 13. bis 18. März 2016 Neuheiten und Entwicklungen auf dem Beleuchtungsmarkt vor.

 

Das Regeln und Steuern von Licht nach Uhr- oder Tageszeit, die Reaktion auf Bewegungen und andere Reize – als «Smart Lighting» bezeichnen Hersteller wie etwa Esylux Deutschland GmbH Anwendungen, die über Smartphones gesteuert werden können. Bei manchen Vorführungen in den Messehallen versagte zwar bisweilen die Technik, wohl aber eher wegen des oft überlasteten WLAN. Was für Innenräume schon heute möglich ist, wird in Zukunft auch im Aussenbereich zur Anwendung kommen.

 

Hoher Effizienzgrad

Die LED (light emitting diode) ist für «smarte Anwendungen» bestens geeignet, wie ein Sprecher von Erco berichtete. Hinzu komme der niedrige Energieverbrauch. In Strahlern, Mast-, Wand- und Pollerleuchten sitzen ein bis zwölf LED, deren Licht über Reflektoren im Innern gebündelt wird und nach aussen tritt. So kann bei einem Effizienzgrad von 80 bis 90 % und mit weniger als 20 Watt eine Mastleuchte für einen öffentlichen Platz betrieben werden. Im Laufe der Lebensbetriebszeit sinkt die Ausbeute nur unwesentlich und bleibt nahe bei 80 %, ein gewaltiger Fortschritt etwa gegenüber Halogen oder Neon, deren Effizienz nur bei 60 % liegt. Manche Hersteller bieten nur noch LED-basierte Neuheiten an. Für ältere Leuchten von Bestandskunden gibt es (noch) konventionelle Leuchtmittel als Ersatzteile.

 

Weniger Streulicht

LEDs müssen heute nicht mehr blenden, etwa dank Vorschaltgläsern. Zudem bündeln Reflektoren die Strahlen in die gewünschte Richtung, sodass z. B. die Ausleuchtung eines Weges, trotz grossen Abständen, immer noch das Minimum von einem Lux erreicht. Des Weiteren verursachen Leuchtdioden deutlich weniger Streulicht, die «Lichtverschmutzung» wird so drastisch vermindert.

 

Ein weiterer Vorteil von LED-Licht ist die für Insekten nahezu unproblematische Zusammensetzung, also die geringen UV-Anteile unter 380 nm Wellenlänge. Das bedeutet, geflügelte Insekten werden von LEDs nicht oder kaum angezogen.

 

Von technisch bis innovativ

Leuchten sollen aber nicht nur gut erhellen, sondern auch schön aussehen. In den Bereichen klassische und technische Leuchten scheint der Markt gesättigt zu sein. Typische Laternen und Aufsatzleuchten, wie bei ATP Lighting International, die mit ihrer Zürcher Niederlassung vertreten war, gehörten bei der Light + Building zum Grundsortiment. Zu sehen waren auch eher futuristisch-technische Leuchten, etwa die Exponate der belgischen Schréder Group, die auch im Bereich Verkehr, in Tunnels, auf Parkplätzen oder zur Sicherheit eingesetzt werden.

 

Die Tulux AG aus Tuggen hat mit ihrer Via- Linearleuchte ein Produkt entwickelt, das an Kanten wie Treppen, Pools oder Böschungen blendfrei eingesetzt werden kann. Auch die Orientierungs- und Pollerleuchten funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Bei Leipziger Leuchten standen technische Aspekte wie Versorgungseinheiten mit WLAN, Strom oder Überwachungskameras im Mittelpunkt. Die belgische Delta Light hingegen präsentierte mit der Butler-Leuchte (Design: Arik Levy) eine Art «Nachttischlampe» für draussen und betont damit die Erweiterung des Wohnraumes ins Freie.

 

Italienisches Design führend

Bei den dekorativen Leuchten geben italienische Designer oder Hersteller den Ton an. Die Tolomeo-Leuchtenreihe (Design: Michele de Lucchi und Giancarlo Fassina) von Artemide wagt ebenfalls den Sprung von innen nach aussen. Wie Stehleuchten mit Lampenschirm aus dem Wohnzimmer wirken diese Outdoor-Produkte für den Privatbereich. Die Leuchtstäbe «Reeds» eignen sich, um Gräser- und Pflanzkulissen dezent zu erleuchten. Arcluce aus dem Grossraum Mailand hat sich den kantigen Formaten verschrieben. Lichtpoller mit quadratischem Grundriss sowie diverse Up- und Downlights prägen das Outdoor-Sortiment.

 

Wer streng architektonische Leuchten sucht, wird bei der italienischen Simes SPA fündig. Wie kubistische Skulpturen und Bildrahmen wirken die Leuchtkörper, die zudem in den Oberflächen Beton, Holz und Aluminium lieferbar sind. Ähnliches hat Designer Vincent van Duysen für den Hersteller Flos aus Bovezzo entworfen. Die technisch kühle Poller- und Orientierungsleuchtenserie «Casting» ist u. a. auch in Rostrot und Gold erhältlich.

 

Das vielleicht grösste und für Landschaftsarchitekten sowie Garten- und Landschaftsbauer breiteste und abwechslungsreichste Sortiment hatte die Linea Light Group. Zudem standen Pflanzen im Mittelpunkt der Outdoor-Präsentation. Wie Roger Rickenbacher, der Schweiz-Vertreter, bei einem Rundgang erläuterte, steht die Inszenierung des Objekts im Zentrum. Entsprechend zurückhaltend sind die Designs der Leuchten selbst, ob als Punkt-, Linien- oder Pollerbeleuchtung. Mit kleinen Projektoren wie dem Eyelet65 Q lassen sich Plätze oder Säulenbäume beleuchten, ohne dass es aufdringlich wirkt.

 

Messebilanz

Insgesamt 2589 Aussteller aus 55 Ländern (2014: 2495 Aussteller) zeigten an sechs Messetagen die aktuellen Branchentrends. Rund 216 000 Fachbesucherinnen und -besucher aus 160 Ländern (2014: etwa 211 000 Personen) informierten sich über Innovationen und Produktneuheiten bei der Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik in Frankfurt. Die nächste Light + Building findet vom 18. bis 23. März 2018 statt.

Text und Bilder: Thomas Herrgen, Frankfurt am Main
 

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