Benutzeranmeldung


 
garten+design - Heft Nr. 01/2013
Freitag, 5. April 2013

Sichtschutz in vielfachen Variationen

Eine Wand aus Holz­lamellen gliedert den Garten. Dahinter fühlt man sich ausreichend geschützt. Allerdings nur wenn die Lamellen nicht horizontal, sondern in einem 45°-Grad-Winkel ausgerichtet sind.
 
Bewertung: 
Privatsphäre ist heute wichtiger denn je, nicht nur inmitten der Stadt. Doch sollten die schützenden Wände nicht allzu hoch sein, sodass der Garten im Schatten versinkt oder man sich dahinter eingesperrt fühlt.

 

Privatsphäre wird zunehmend zu einem hochgeschätzten Gut. Besonders dort, wo wenig Platz verfügbar ist, wächst die Nachfrage nach schmalen Einfriedungen, die, mit modernem Design ausgestattet, ein Höchstmass an Sichtschutz bieten. Im städtischen Umfeld, wo die Gärten von allen Seiten einsehbar sind, fühlt man sich häufig wie auf dem Präsentierteller. Hier sollte man sich nicht durch hohe, verschattende Mauern einigeln, sondern nur dort, wo keine Einsicht erwünscht wird, Sichtblenden vorsehen. Bietet das Nachbargrundstück genügend Attraktionen, sind Fenster sinnvoll, um beispielsweise ein eindrucksvolles Solitärgehölz optisch mit einzubeziehen. 

 

Wo ein kleiner Garten geschützt werden soll oder ein lauschiger Sitzplatz zum intimen Rückzugsort avanciert, sind Sichtschutzelemente eine ideale Alternative zu Mauern und Hecken. Hierzu zählen Gitterwerke, Schilfrohrmatten und Bambuswände. Möchte man beispielsweise einen Sitzplatz innerhalb des Gartens vor fremden Blicken schützen, dient das Sichtschutzelement zugleich auch als Raumteiler. Je nach Stil und Geschmack kann ein Garten aber vollständig von einer Hecke umhüllt sein. Wintergrüne und immergrüne hohe Hecken erzeugen dauerhaft einen lebendigen und blickdichten Sichtschutz, der für eine klassische, formale Gartengestaltung ideal ist. Für moderne, designorientierte Gartenanlagen sind Kortenstahlwände oder Drahtschotterkörbe (Gabionen) eine gute Wahl. Dagegen wird bei naturnah gestalteten Gärten überwiegend Holz oder Naturstein verwendet. 

 

Industriematerialien mit eleganter Ausstrahlung

Zunehmend finden auch Industriebaustoffe für Sichtblenden als architektonische Stilmittel in der modernen Gartengestaltung Verwendung. Edelstahl, Kortenstahl, Wellblech und Glas sind als Werkstoff äusserst attraktiv, um ein edles und anspruchsvolles Gartendesign zu betonen. Wellblech wirkt stark plastisch und ist in unterschiedlichen Profilen im Handel erhältlich. Obgleich es eindeutig ein Industriematerial ist, wirkt das raffinierte Profil elegant und edel. Passend wäre es als Umfriedung oder Sichtschutz für einen modernen Gartenentwurf. Aufgrund seiner archaischen Schlichtheit werden immer häufiger rostige Eisenplatten zur Raumgliederung und äusseren Abschirmung eines architektonischen Gartens eingesetzt. Verzinkter Stahl und Edelstahl sind von kühler Eleganz. Das Material bietet sich für ein avantgardistisches Gartendesign und minimalistische Gestaltungslösungen an. Sichtschutzwände aus Edelstahl tragen mit ihren reflektierenden Oberflächen das Licht in die Schattenbereiche des Gartens und werden bewusst verwendet, um die Illusion von räumlicher Tiefe zu erzeugen. Dieser optische Trick ist vor allem in kleinen Gartenräumen gefragt.

Glas – ob satiniert oder farbig – ist ein beliebtes Material des modernen Gartendesigns. Gläserne Sichtschutzelemente haben den grossen Vorteil, Wind und Blicke abzuschirmen und dennoch viel Licht durchdringen zu lassen.

 

Lamellen und Flechtwerk 

Holzwände sind eine leichtgewichtige, kostengünstige und schnell zu errichtende Gestaltungslösung, um einen unerwünschten Ausblick zu überspielen. Sie gewinnen zusätzlich an Charme, wenn sie mit einem hellen oder farbigen Anstrich aufgefrischt werden. Vertikale und horizontale Lamellen schaffen einen transparenten Sichtschutz, der zu einem spannenden Licht- und Schattenspiel beiträgt. Lattenblenden aus schmalen Holzleisten eignen sich, um Gartenbereiche zu kaschieren. Sie schaffen intime Räume, ohne dabei einengend zu wirken.  Flechtzäune haben ein lebhaftes Erscheinungsbild und verbinden sich ausgezeichnet mit einer naturnahen Gartengestaltung. Sie werden nicht als starre Wände wahrgenommen, sondern wirken wie kleine Kunstwerke. Eine lebhafte und natürliche Ausstrahlung haben auch Schilfrohrmatten – ein eleganter und preiswerter Sichtschutz. Das leichte, unaufdringlich wirkende Material passt genauso gut zum mediterranen wie zum asiatischen Ambiente. Die Matten lassen sich flexibel aufstellen und fügen sich auch auf kleinstem Raum ein. Bis zu 1,80 m hohe Wände schaffen eine natürliche Dichte, die vor Blicken schützen und den Wind abhalten.

 

Höhen und Grenzabstände

Um sich ausreichend geschützt zu fühlen, bedarf es einer Höhe von 175 cm (Augenhöhe). Sofern Zäunen, Mauern und Sichtschutzelemente auf der Grundstücksgrenze errichtet werden sollen, müssen Höhen und Grenzabstände eingehalten werden. Diese regeln die Nachbarrechtsgesetze der jeweiligen Kantone.  

Text: Andrea Christmann, Landschafts­architektin Bilder: Andrea Christmann (1, 2, 4, 5); Andrea Stahl (3)
 

Stellenmarkt

>> alle Stellen

Dossier

>> alle Dossiers

dergartenbau auf facebook

Unwetter-Warnkarte

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung