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dergartenbau - Heft Nr. 20/2015
Dienstag, 29. September 2015

Feigenschädling hat sich bei uns etabliert

Nur 1 cm klein ist der Falter des Feigen-Spreizflügelfalters.
 
Bewertung: 
Schon seit einigen Jahren ist ein neuer Schädling auf den Pflanzen der Fruchtfeigen in der Nordschweiz zu beobachten: der Feigen-Spreizflügelfalter. Ohne Gegenmassnahmen drohen inzwischen erhebliche Schäden an der Delikatessfrucht.

 

Diesen September, zur Haupterntezeit der Fruchtfeigen, waren sie wieder gut sichtbar, die Schäden, welche die Raupen der kleinen Falter an den Pflanzen und Früchten verursachen. Deutliche Frassspuren und Gespinste mit Kotab­lagerungen an den Feigenblättern sind jeweils oft schon ab Mai sichtbar und zur Fruchtreife hin werden auch die Schäden an den Früchten deutlich. An den Früchten sind es meist einige wenige Millimeter grosse Löcher, die dann faulen, oder die Frucht entwickelt sich nicht normal.

 

Einwanderer aus dem Süden

Der Schädling heisst Feigen-Spreizflügelfalter (Choreutis nemorana) und stammt aus dem Mittelmeerraum. Der etwa 1 cm kleine Falter ist hellbraun mit weissem Kopf und weissen Beinen. Seine Raupen sind ca. 2 cm lang, hellgrün, schwarz gepunktet und verursachen durch ihren Frass an Blatt und Frucht den Schaden. Im Laufe des Sommers entwickeln sich normalerweise zwei Faltergenerationen. Die Erste ab Juni /Juli und die zweite ab August, welche dann auch überwintert.

 

Gegenmassnahmen 

Sollen Schäden verhindert werden, so muss vor allem die erste Generation des kleinen Falters ab Mitte Mai bekämpft werden. Eine Möglichkeit ist das Vernichten der Raupen durch regelmässiges Absammeln. Ebenfalls wirksam sind zwei Behandlungen mit einem biologischen Insektizid wie Delfin, im Abstand von gut einer Woche. Wichtig ist dabei, dass mit den Abwehrmassnahmen sofort beim Auftreten der ersten Blattsymp-tome, wie Frassstellen, Skelettfrass, eingerollter Blätter, begonnen wird.

Dass es in der Heimat des Falters praktisch keine nennenswerten Schäden gibt, lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass es in diesen Gebieten natürliche Feinde gibt, die bei uns in der Nordschweiz bisher fehlen.

Text und Bilder: Hagen Thoss, Strickhof, Fachstelle Obst, Winterthur
 

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