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dergartenbau - Heft Nr. 31/32/2013
Sonntag, 21. Juli 2013

«Fahrausweis» für die Motorsäge

Beim Einsatz der Motorsäge ist die persöhnliche Schutzausrüstung (PSA) obliga­torisch.
 
Selbsttest: elf Fragen zur Handhabung der Motorsäge

Welche Punkte müssen Sie beachten, wenn Sie mit der Motorsäge einen Baum entasten? 
Beine immer hinter dem Bügel (Griffrohr)
nicht mit der Schwertspitze ­sägen
Säge mit Vollgas ansetzen
nur gehen, wenn sich das Schwert auf der gegenüberliegenden Seite des Stammes befindet
Immer zuerst talseitig, dann bergseitig stehen und arbeiten
Unter www.jardinsuisse.ch wurde ein Selbsttest mit elf Fragen zur Handhabung der Motorsäge aufgeschaltet. So kann jeder selbst beurteilen, ob er genügend sattelfest ist, um die Lernenden nach dem überbetrieblichen Kurs in der Motorsägenhandhabung im Betrieb anleiten zu können. In Ergänzung zu den üK wird ein Tageskurs für Landschaftsgärtner angeboten, damit der sichere Umgang mit der Motorsäge auf allen Stufen zum Standard wird.

Bewertung: 
Der richtige Umgang mit der Motorsäge ist neu ein­­ ­fixes Modul der überbetrieblichen Kurse (üK) in der Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Der zwei­tägige Lehrgang, bei dem ­17 ausgebildete Instruktoren Theorie und praktische Anwendung schulen, hilft Arbeitsunfälle vermeiden. Letztes Jahr absolvierten 950 Lerndende die ersten Lehrgänge. Neu wird auch ein Weiterbildungskurs für alle Landschaftsgärtner angeboten.

 

«Arbeiten mit besonderen Gefahren dürfen nur Arbeitnehmern übertragen werden, die dafür entsprechend ausgebildet sind.» Festgelegt ist dies in Art. 8 VUV, Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten. Das Arbeiten mit der Motorsäge birgt zahlreiche Gefahrenquellen und fällt zweifelsohne unter diese Regelung. Bislang fehlte eine standardisierte Lösung für die Schulung. Diese Lücke wurde für den Garten- und Landschaftsbau im Rahmen der Reform der Berufsbildung geschlossen. Der Leiter der Berufsbildung Heinz Hartmann weiss aus seiner Erfahrung als für den GaLaBau verantwortlicher Suva-Spezialist, dass Motorsägenunfälle häufig vorkommen. Durch Zahlen untermauern lässt sich dies erst seit Kurzem, seit das Baugewerbe und der Garten- und Landschaftsbau getrennt erhoben werden. «Es zeichnet sich ab, dass die Unfallhäufigkeit fast so hoch ist wie im Forst», so Hartmann. 

 

Strukturiertes Ausbildungskonzept

Grundlage für den üK ist ein standardisierter Lehrplan, den Hartmann auf der Grundlage seiner langjährigen Tätigkeit im Forstbereich, ausgerichtet auf die Bedürfnisse und Fachsprache der Landschaftsgärtner erarbeitete. Im üK werden wichtige Aspekte des sicheren Umganges mit Motorsägen und  Freischneidern vermittelt. Im Mittelpunkt stehen die sichere und unfallfreie Handhabung und die Gerätekunde. Die Lernenden erarbeiten die Inhalte unter Begleitung eines Instruktors in Theorie und Praxis. Die zentralen Inhalte sind: 

persönliche Schutzausrüstung und ­Sicherheitsvorrichtungen

Gerätekunde

richtiger Umgang mit dem Gerät

Absichern des Arbeitsortes

verschiedene Anwendungen

Verhalten im Notfall

praktische Übungen

Der üK legt lediglich den Grundstein. Der Lehrbetrieb ist «verpflichtet, das Gelernte im Betrieb zu vertiefen». Das setzt voraus, dass die Mitarbeitenden auf dem gleichen Stand sind.

 

Arbeitssicherheit und Rechtssicherheit

Eine Ausbildungspflicht besteht auch für langjährige Mitarbeiter, die gelegentlich die Motorsäge benutzen. Dies ist keinesfalls neu. Bislang schulten manche Firmen ihre Mitarbeitenden firmenintern, um so den von Gesetzes wegen geforderten Ausbildungsnachweis erbringen zu können. Die standardisierte Schulungslösung für die Branche, mit dem Angebot eines Tageskurses und dem Kompetenznachweis, sorgt für Arbeitssicherheit und Rechtssicherheit. Als Hilfsmittel zur Kompetenzüberprüfung der Mitarbeitenden wird den Betrieben eine Checkliste zur Verfügung gestellt. Der im Internet aufgeschaltete Selbsttest (siehe Kasten) folgt ebenfalls diesem Ziel.

 

Persönliche Schutzausrüstung stellen

Vonseiten der Betriebsinhaber kommt der Einwand, es übersteige ihre Möglichkeiten, alle Mitarbeitenden zu schulen und mit der persönlichen Schutzausrüstung auszurüsten. In einem Betrieb mit 20 Mitarbeitenden arbeiten nicht alle mit der Motorsäge. Meist konzentriert sich dies auf einen Kreis von rund fünf Mitarbeitenden, die es zu schulen gilt und denen die persönliche Schutzausrüstung (PSA) gestellt werden muss. Die PSA umfasst: Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, anliegende und bequeme Arbeitskleidung, Arbeitshandschuhe, Schnittschutzhose, festes Schuhwerk mit rutschhemmender Sohle oder Sicherheitsschuhe.

 

Für die Lehrgänge und Kurse wurden
17 Berufsleute in einer fünftägigen Schulung, unter Leitung von Hartmann und durchgeführt von Waldwirtschaft Schweiz, zu Instruktoren für die Motorsägenhandhabung ausgebildet. Am ersten Tag des üK werden die Grundlagen behandelt und wird durch Vorführungen zum Starten der Motorsäge, zu verschiedenen Trennschnitten oder zum Entasten das Know-how für die Anwendung am zweiten Tag vermittelt. Dabei setzen die Lernenden ihre neuen Kenntnisse auch um und arbeiten unter Anleitung erstmals mit der Motorsäge. Zum Abschluss des zweitägigen Kurses gibt es eine Bewertung, die dem Lehrbetrieb aufzeigt, wo der Lernende steht. 

Text: Waltraud Aberle, Redaktion Bilder: Heinz Hartmann, Suva
 
Erster Kontakt mit Motorsäge und Freischneider

Samuel Mattmann, der als gelernter Automechaniker eine Zweitausbildung zum Landschaftsgärtner absolviert und vor dem üK schon in seiner Freizeit bei den Pfadfindern mit der Motorsäge gearbeitet hatte, ist begeistert: «Der Kurs ist sehr gut aufgebaut. Man merkt, dass die Instruktoren sehr erfahren sind im Umgang mit der Motorsäge.» Im Kurs hat er ein Gefühl bekommen für die Gefahren und dafür, wie man sich durch die richtige Ausrüstung und den richtigen Umgang mit der Motorsäge davor schützt. Nach dem Kurs ist für ihn klar: «Die persönliche Schutzausrüstung mit Schnittschutzhose ist absolut wichtig.» Er hat Respekt, aber keine Angst vor der Arbeit mit der Motorsäge.
Als sehr gut bewertet Samuel Mattmann, dass man im Kurs die Gelegenheit bekommt, die Geräte kennenzulernen. Auch über die Wartung der Geräte hat er einiges gelernt, gezeigt wurde z. B., wie man Ketten schleift. Auch die Freischneider wurden durchgenommen. «Bei den Freischneidern gibt es sehr viele unterschiedliche Aufsätze. Jeder hat im Kurs einen Aufsatz gewechselt», berichtet Samuel Mattmann. «Der Sicherheitsabstand bei der Arbeit mit dem Freischneider von 15 m ist schon eindrücklich und zeigt die Gefährlichkeit an.» Im Kurs konnten die Lernenden die Handhabung der Motorsäge üben, indem sie eine alte Haselnusshecke auf Stock setzten mit zum Teil bis zu 10 cm dicken Stämmen. «Es war schon eindrücklich zu spüren, wie viel Kraft das Holz hat, wie es fällt, und zu sehen, was passiert, wenn man falsch steht», schildert Samuel Mattmann seine Erfahrung. wab.

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